Die Webdesign Trends 2017

By 14. August 2017Allgemein
Webdesign, Mobile, Trends

Um das Jahresende herum orakeln Webdesigner gern, welche heißen Trends im kommenden Jahr die Webentwicklung bestimmen könnten. Aber warum nicht auch einmal zur Jahresmitte eine Bestandsaufnahme machen, was sich tatsächlich aktuell im Webdesign tut? Wie sehen die realen Webdesign Trends 2017 aus?

 

Mobile first

Beim Mobile first Design lässt sich kaum noch von einem Trend sprechen, auch wenn es immer wieder so genannt wird. Schon 2016 brauchte es keinen intimen Branchenkenner, um zu erkennen, wohin die Reise bereits seit einigen Jahren geht. Zu offensichtlich war die Verschiebung der überwiegenden Internetnutzung weg vom Desktop hin zum Smartphone. Als Google dann im Herbst 2016 den Mobile Index zum neuen Hauptindex seiner Suchmaschine erklärte, war die Zeitenwende endgültig abgeschlossen. Seitdem schaut Google nicht mehr primär nach klassischen Internetseiten, sondern analysiert jede Webpräsenz zuerst von der mobilen Seite aus. Wer jetzt nach einer hohen Google-Seitenautorität strebt, muss also eine starke Webseite für mobile Endgeräte präsentieren, wobei Google unter ‚mobil‘ vor allem Smartphones versteht.

Responsive Design ist nur der halbe Weg…
Ist die neue Realität von Mobile first schon bei den Unternehmensverantwortlichen oder Entscheidern angekommen? Oder sind Unternehmen bereits auf der sicheren Seite, wenn sie zuletzt den Schritt zum Responsive Design vollzogen haben? Die Antwort auf beide Fragen lautet: leider eher nicht. Selbst das fast schon antike Responsive Design hat längst nicht jede Firmenseite erreicht. Auch Unternehmen, die es implementiert haben, sind nun nicht aus dem Schneider, nur weil sich ihre Seite einigermaßen Smartphone-freundlich aufbaut. Im Hintergrund lädt sie dabei systembedingt jede Menge Daten, die für die Anzeige auf dem Handydisplay überflüssig sind. Das verlängert aber die Ladezeit der Seite – ein deutlicher Abstrich in der Mobile first-Philosophie. Hier gibt es also 2017 für die meisten Unternehmen und auch für Webagenturen jede Menge zu tun. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, findet das Konzept des Adaptive Design immer mehr Anklang – Ähnlich dem Response Design werden die Inhalte für verschiedene Displaygrößen automatisch umgebrochen, aber mit dem Unterschied, dass Inhalte die einfach Smartphone untauglich sind, wie großes Bildmaterial, Videos etc. durch schneller zu ladende Inhalte „On the fly“ getauscht werden.

Responsiv gestaltete Seiten haben trotzdem lange nicht ausgedient. Es gibt 2017 kein zweites Design-Konzept, das geräteübergreifend ähnlich gut funktioniert. Nur der Fokus bei der Seitenentwicklung und -gestaltung wird sich definitiv verschieben und künftig am mobilen Ende beginnen.

Usability

Das Thema Usability ist eng mit dem Aspekt der Seitennutzung über Mobilgeräte verknüpft. Eine konventionelle Webseite schneidet dabei schlecht ab. Seitenbesucher müssen zu viel scrollen oder zoomen, um zu den für sie relevanten Punkten zu gelangen. Selbst auf dem Desktop wirkt eine klassisch aufgebaute Seite schon unpraktisch und altbacken gegenüber modernem Webdesign. Die Nutzer verlangen viel mehr eine immer übersichtlichere Navigation. Sie wollen bequem durch die Unterseiten geführt werden und wünschen sich alle Schlüsselinformationen schnell und übersichtlich auf dem Bildschirm. Statt sich durch typische Navigationsleisten zu klicken, scrollen sie lieber von Punkt zu Punkt. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter haben solches Endlos-Scrolling hoffähig gemacht und Webdesigner realisieren es in Form des One-Page-Designs immer häufiger.

Weiter sind es die Internetnutzer durch Social Media oder Messenger wie WhatsApp gewohnt, dass sie sofort mit einem gewünschten Gesprächspartner in Kontakt treten können. Nur möchten sie dafür nicht die Anwendung wechseln, um ein Unternehmen alternativ über Facebook anzuschreiben. Die Möglichkeit zum Dialog wollen sie unmittelbar im Webdesign verankert sehen. Dialogorientierte Interfaces sind deswegen ein wichtiges Thema beim Webdesign 2017.

Eine hohe Benutzerfreundlichkeit attestieren viele auch dem Card-based Layout, wie es Google+ oder Pinterest seit Jahren zeigen. Auch die Facebook-Timeline oder das Netflix-Programm folgen diesem Design. Das Kartendesign präsentiert relevante Informationen auf einen einzigen Blick in jeweils einer Karte. Es lässt sich als Mosaik oder Stream zum Scrollen gestalten oder als virtueller Kartenstapel präsentieren. Ein Klick auf eine Karte führt weiter in ihr Thema und oft genügt ein Fingerwisch, um sie für immer verschwinden zu lassen. Card-based Layout ist ein Design-Entwurf, der jüngst im Schlepptau responsiver Seiten immer erfolgreicher wurde. Er bleibt auch 2017 in der Webentwicklung weiterhin angesagt, weil er die zentralen Anwenderwünsche – Einfachheit und Schnelligkeit – perfekt erfüllen kann.

Bunt und bewegt

Das Card-based Layout setzt neben kurzen textbasierten Inhalts-Teasern vor allem auf den visuellen Reiz. Ein starkes Foto oder eine ansprechende Grafik lassen die Karte ins Auge springen, noch bevor Nutzer ihre Beschriftung erfassen. Damit passt sie dann voll in einen weiteren Webdesign Trend 2017: Visualisierung. Die Lust am Lesen langer Texte oder Tabellen ist verflogen. Nutzer wollen alles Wichtige auf einen Blick erfahren. Big Data oder komplexe Prozesse müssen aus nur einem Schaubild erkennbar werden. Und genauso wünschen sich das die Menschen zu jedem Produkt und jeder Information. Dabei verliert das statische Bild – Foto oder Grafik – immer mehr an Bedeutung. Animationen und Videos sind die Stars im Webdesign 2017.

Kontinuierlich ausgebaute Datennetze transportieren die kleinen Clips ruckelfrei auch noch in entlegenste Ecken. Mit den simplen emotionalen Botschaften typischer Stockfotos lassen sich Nutzer deswegen immer schlechter ansprechen. Sie wollen sofort unterhalten werden, einen visuellen Reiz erleben und eine Geschichte erzählt bekommen. Das macht das Storytelling zu einem weiteren Trend im Webdesign 2017. Storytelling ergänzt sich dabei perfekt mit dem gerade populären Infinite Scrolling. Es funktioniert aber ebenso gut mit dem immer noch aktuellen Parallax Scrolling und seinen ständig wechselnden Ebenen.

Für Anbieter und Designer entsteht aus diesem Trend ein hoher Aufwand, der sich bei gutem, packendem Storytelling dennoch schnell rentieren kann. Wird ein Internetnutzer erst einmal in eine Geschichte hineingezogen, wird er die Seite, die sie ihm erzählt, so schnell nicht verlassen. Und unabhängig vom Ausgang hinterlässt eine solche Geschichte immer ein positive Verknüpfung: Der Gedanke – hier konnte ich etwas erleben – wird im Kopf des Nutzers haften bleiben.

Dieser Erlebnischarakter ist eine der größten Anforderungen an modernes Webdesign 2017. Zugleich wächst daraus eine enorme Herausforderung für die Unternehmen hinter den Seiten und die Menschen, die sie gestalten. Es geht nun um weit mehr als nur ansprechende oder verkaufsfördernde Präsentationen. So nennt sich mancher Webdesigner längst nicht mehr Webdesigner, sondern Experience Designer – ein Kreativer in Sachen Erlebnisse.

Es kommt doch auf die Größe an

Bereits 2016 ließen sich zwei Webdesign-Trends ausmachen, die sich auch in diesem Jahr ungebremst ausbreiten: große Bilder und große Typografie. Es zeigen sich immer mehr Seiten mit Fotos, Grafiken oder Videos, die den ganzen Bildschirm einnehmen und in der Mitte eine einzige Textbotschaft in dicken, großen Lettern präsentieren. Eine Seite mit dieser Optik vereint die beiden Trends in Perfektion. Größe funktioniert und fasziniert offensichtlich, sie schafft es sofort Aufmerksamkeit zu erlangen. Um diese zu binden, müssen hinter dem Eyecatcher natürlich visuell nicht minder fesselnde Unterseiten folgen.

Das Verständnis von Typografie im Webdesign und viele Regeln zur Semantik verschieben sich 2017 damit erheblich. Durfte Schrift früher nicht zu groß sein oder gar Schriftarten vermischen, ist das Spiel mit Schriftgrößen oder unterschiedlichen Fonts heute eine neue Disziplin des Webdesigns. Letztlich folgt das dem großen Oberthema Visualisierung. Informationen, für die es eigentlich gar keine Alternative zur schlichten Textdarstellung gab, werden plötzlich visuell erfassbar gemacht. Allein die Wahl der Fonts, deren Kombination oder unterschiedliche Schriftgrößen ergeben somit auf den ersten Blick eine optische Orientierung innerhalb von Texten, ohne dass sie gelesen werden müssen.

Schon jetzt verwandeln diese Webdesign Trends die Art und Weise der Internetnutzung in vielerlei Hinsicht. Sie erfordern dabei ein gewandeltes, viel kreativeres Webdesign. Es wird immer offensichtlicher, wie sich die Menschen das Internet, seine Anwendung und seinen Nutzen wirklich vorstellen. Folgen Unternehmen und Webdesigner diesen Wünschen, wird daraus schon bald eine ganz neue Form von Internet entstehen, von dem die Webdesign Trends 2017 allenfalls einen kleinen Vorgeschmack geben können.

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